Was ist der Unterschied zwischen Leitungs-, Mineral- und Quellwasser?

Wasser ist nicht gleich Wasser

Mineralwasser wird aus natürlichen Quellen gewonnen und direkt am Quellort in Flaschen abgefüllt. Es handelt sich dabei um Regenwasser, das über lange Zeit durch kleine Risse und Spalten durch den Boden in die Tiefe gesickert ist. Auf seinem Weg in tiefere Erdschichten löst es Mineralien aus den verschiedenen Gesteinsschichten heraus. Die verschiedenen Mineralwässer schmecken so unterschiedlich, weil die Zusammensetzung und Konzentration der Mineralien, aber auch der Kohlensäure variiert. Abhängig von der Gesteins- und Bodenart befinden sich unterschiedliche Mineralien im Wasser. In vulkanischen Gebieten kommt natürliche Kohlensäure hinzu, die aus dem Erdinneren aufsteigt und sich ebenfalls im Mineralwasser anreichert.

Mineralwasser ist das einzige Lebensmittel, das in Deutschland amtlich zugelassen wird. Ihm darf Kohlensäure zugesetzt oder entzogen, sowie Eisen und Schwefel entfernt werden. Die entsprechenden Angaben 'natürliches Mineralwasser', 'mit Kohlensäure versetzt' oder 'enteisend' findet man auf den Etiketten der Flaschen.

Quellwasser stammt wie Mineralwasser aus natürlichen Quellen. Es muss jedoch keine Mineralstoffe enthalten. Der Zusatz von Kohlensäure sowie der Entzug von Eisen und Schwefel sind wie beim Mineralwasser erlaubt.

Tafelwasser ist ein künstlich hergestelltes Produkt, das meist aus Leitungswasser als Grundsubstanz und weiteren Zutaten, wie zum Beispiel Meerwasser, Sole, Mineralstoffen und Kohlensäure besteht. Es gibt keine Anforderungen an den Mineralstoffgehalt oder die Behandlungsmethoden.

Sodawasser ist ein Tafelwasser mit mindestens 570 mg Natriumhydrogencarbonat pro Liter sowie Kohlenstoffdioxid.

Heilwasser ist ein ursprünglich reines natürliches Wasser, das außerdem heilende, krankheitslindernde oder -verhütende Eigenschaften besitzt. Seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich nachgewiesen. Heilwasser zählt nicht wie Mineral-, Quell- und Tafelwasser zu den Lebensmitteln, sondern unterliegt dem Arzneimittelgesetz. Es ist nicht verschreibungspflichtig und kann von gesunden Erwachsenen dauerhaft verwendet werden, da es sich um ein mild wirkendes Naturheilmittel handelt. Beachten Sie aber die Zusammensetzung und Menge an Mineralstoffen.

Ist Mineralwasser gesünder als Leitungswasser?

Ob es für die Gesundheit besser ist, jeden Tag Mineralwasser statt Leitungswasser zu trinken, ist bislang noch strittig. Fakt ist, dass ein gesunder Mensch alle lebensnotwendigen Mineralstoffe mit einer ausgewogenen Ernährung aufnehmen kann. Darum besteht also eigentlich kein Grund, allein für die Aufnahme von Mineralstoffen teures Mineralwasser zu kaufen. Zudem bezweifelt die Wissenschaft, dass der Körper die grob gelösten Mineralstoffe aus Mineralwasser überhaupt vollständig verstoffwechseln kann. Unser Fazit: Zu einer gesunden Lebensweise können Sie vor allem mit der richtigen Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr beitragen - ob mit Mineral-, Heil-, Quell- oder Leitungswasser ist dabei zweitrangig.